Die Nordheimer Au

schützenswerter Kultur- und Lebensraum

Direkt anschließend an das Vogel- und Landschaftsschutzgebiet „Alter Main“ erstrecken sich die Obstbaumfelder und  Wiesen der Au. Sie ist wirtschaftliche Grundlage für die Nordheimer Edelbrenner, Heimat unzähliger, teils selten gewordener Tier- und Pflanzenarten und der perfekte Ort, die Schönheiten der Natur zu entdecken und die Seele baumeln zu lassen. 

Apfelblüte in der Nordheimer Au

 In der Tallage der Nordheimer Au drohen in manchem Frühjahr Bodenfröste und kalte Fallwinde, die von den umliegenden Hängen herabkommen. Obstbäume verkraften diese Witterungsbedingungen besser als Weinreben. Deshalb ist die Nordheimer Au seit Generationen ein Eldorado des Obstbaus. Das ganze Gebiet ist in schmale Streifen unterteilt, und früher wechselte der Besitzer fast von Baumreihe zu Baumreihe. Entsprechend groß ist die Sortenvielfalt – es findet sich noch eine Vielzahl alter und lokal ansässiger Sorten wie z. B. die Fränkische Hauszwetschge oder die Reneklode.

Die Produktion von Tafelobst, die früher im Vordergrund stand, ist heute jedoch leider kaum noch rentabel. Daher dienen die hier geernteten Früchte hauptsächlich der Produktion von handwerklich hergestellten Edelbränden: In Nordheim gibt es immer noch ca. 100 Brennrechte, von denen etwa die Hälfte auch noch aktiv genutzt wird.

Bereits 1969 wurde die Mainschleife, die größte Flussmäanderlandschaft in Bayern, zum Landschaftsschutzgebiet erklärt. Das gesamte Areal ist zudem ausgewiesenes Vogelschutzgebiet und Fauna-Flora-Habitat. Auf den Magerwiesen der Nordheimer Au und im direkt angrenzenden Uferbereich des Altmains sind Tausende Tier- und Pflanzenarten heimisch. Darunter finden sich viele, die unter besonderem oder strengem Schutz stehen und/oder in der Roten Liste aufgeführt sind. So gedeihen  in der Au auch Pflanzen, die auf magere Sandböden und Überschwemmungsflächen spezialisiert sind.

männliche Zauneidechse. Bild: Björn Schotta, Nordheim

Flechten an einem Baumstumpf. Bild: Björn Schotta, Nordheim

Da der Obstbau heute keine so zentrale Rolle wie früher mehr spielt, wird auch nicht jeder abgestorbene Baum ersetzt. Deshalb steht da immer mal wieder ein toter Baumstamm oder eine wild aufgegangene Hecke und bietet Vögeln, Reptilien, Insekten und Kleinsäugern Schutz und Nahrung.

Im bunten und lebendigen „Durcheinander“ der Au gibt es zu jeder Jahreszeit eine Menge zu entdecken: Im Frühling erfüllen blühende Obstbäume und Hecken die Gegend mit betörendem Duft.

Im Sommer gaukeln Schmetterlinge über die Wiesen und im Herbst leuchten rote und grüne Äpfel mit blauen Zwetschgen und goldgelben Quitten um die Wette.

Selbst im Winter herrscht hier eine ganz besondere Atmosphäre: Morgennebel über dem Altmain, auf dem die Schwäne treiben – der Inbegriff von Ruhe und Harmonie.

Verwendung von Cookies

Um unsere Webseite für Sie optimal zu gestalten und fortlaufend verbessern zu können, verwenden wir Cookies. Durch die weitere Nutzung der Webseite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen zu Cookies erhalten Sie in unserer Datenschutzerklärung.