Mit dem Teufel auf der Fähre

Im Hauptberuf scheint das Wilde Heer eine Säuferbande zu sein. Zwischendurch müssen diese mittelalterlichen Rocker der Nachtluft immer wieder ihren Ruf als jenseitige Mächte untermauern. Zu Nordheim taten sie dies einstmalen in einer schlimmen Dezembernacht, als sie den Fährmann zum „Hol über!“ riefen. Der kreuzt den Main und flucht übel, als drüben nichts zu sehen ist. Da erhebt sich ein hohles, dröhnendes Pferdegetrappel und er hört deutlich, wie ein Ross nach dem andern sein Schiffchen betritt. Das Wasser fängt schon an, über die Bordwand zu schwappen, er schreit: „Hetz langt’s!“ und macht sich auf zur Fahrt mit den Unsichtbaren. Die glückt, das grässliche Lärmen hebt erneut an, der Fährmann denkt gar nicht ans Abkassieren. Bis eine fiese Bassstimme sagt: „Da its Fohrgald.“ Solle er auf die Fährrampe legen, ächzt der Fährmann und wagt lange nicht, sich zu rühren. Als er schlotternd den Heimweg antritt, erkennt er anstelle des Fahrlohns im Holz ein einzelnes eingebranntes Hufeisen. Dass das von keinem Pferd, sondern nur vom Leibhaftigen stammen kann, wissen wir alle.

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